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Catch and Release Drucken E-Mail
Geschrieben von: Phillip Engel   
Dienstag, den 11. August 2009 um 00:00 Uhr

Dieser Beitrag hat am Autorenwettbewerb in der Kategorie Allgemeines Fischen teilgenommen und den x. Platz erreicht.


Catch and Release

So wunderschön und spiegelglatt,
Hannover im Süden ein Gewässer hat.
Seichte Ufer, hohe Bäume,
so schenkt der See viele Lebensräume.

Unter der Vielfalt eine alte Hechtdame lebte,
die groß und hungrig nach kleinen Fischen strebte.
Täglich jagte sie in ihrem Gewässer,
mit Zähnen schärfer als ein Angelmesser.

Alle Fische hatten Furcht ihr zu begegnen,
wollten sie nicht zu früh das Zeitliche segnen.
So lebten sie in Angst und Schrecken,
stets bemüht im Schilf sich zu verstecken.

Von Entspannung keine Spur,
genügte oft ein Schläfchen nur,
um mir nix dir nix schnell und leise
den Weg anzutreten, auf die letzte Reise.

Ein Retter musste her, um das große Fressen zu beenden,
mit Mut und Verstand könnte er das Blatt wenden.
Doch wer ist zu solchen Taten in der Lage?
Die Fischchen stellten sich täglich diese Frage.
Ihre Gebete wurden lange nicht erhört,
ganze Familien fraß der Hecht völlig ungestört.

So auch an jenem einen Morgen,
das Ungetüm wollt ein zweites Frühstück sich besorgen,
als sich hinterm Schilf ein Fischer nähert.
In geduckter Pirsch schleicht er auf leisen Sohlen,
um sich seinerseits einen Fang zu holen.

Beim Rauben hatte er Frau Hecht gesichtet
und schickt nun silber-grün beschichtet,
äußerst schnell und zielgerichtet,
seinen Wobbler vor den Hecht
um mit diesem – artgerecht -
einen Barsch zu imitieren.
Der wird den Hecht schon animieren,
mit kräftigen Kiefern zuzuschnappen,
der Angler hofft „So könnt´ das klappen.“.

Als sich der Köder dem Standort nähert,
fühlt sich Frau Hecht total beschert,
und denkt - leider nicht ganz helle:
„Was macht der Zwerg hier für ´ne Welle?
Den schlürf ich weg, ganz auf die Schnelle.“
Klappe auf, den Barsch herein,
ach, was ist das Leben fein…

Doch was ist das? Es schmeckt entsetzlich,
künstlich, hart und unverletzlich.
Zapperlott wie ekelhaft -
den spuck ich raus mit voller Kraft.

Im Köpfchen etwas heller,
war der Fischer geistig schneller.
Ein harter Schlag den Hecht erreicht,
zieht ihn zum Ufer, kinderleicht.

Irritiert kann es Frau Hecht kaum glauben.
„Was tut der Wicht sich mit mir erlauben?!
Ich bin die Königin an diesem Ort.
Den nehm´ ich mit, Ehrenwort.“

Von links nach rechts und umgekehrt,
flieht der Hecht nun völlig unbeschwert.
Die Bremse läuft dem Angler heiß,
vom Pumpen und Kurbeln rinnt ihm der Schweiß.

Doch auch Frau Hecht kriegt Muskelkater,
stark gezeichnet von dem Theater.
Des Anglers Chance ist jetzt gekommen
und der Kampf – Petri sei Dank - gewonnen.

Mit dem Kescher kann er den Fisch erhaschen,
und schwups flutscht dieser in die Maschen.
Triefend wird der Leckerbissen,
nun machtlos seinem Element entrissen.

Im Wasser geht die Party los,
die Fischchen tanzen rigoros.
Singen, springen ausgelassen
Barsche, Plötzen, selbst die Brassen –
feiern bis die Flosse kracht
und der Hecht wird ausgelacht.

Unterdessen, anstatt den Übeltäter tot zu dreschen,
startet der Angler eine Foto-Session –
um den Fang gleich darauf mit zarter Hand
sanft zu tragen zum Gewässerrand.

Ein letzter Blick, ein kleiner Stoß,
jetzt geht das Rauben wieder los.
Die Fischchen sind total entsetzt,
warum wurde Frau Hecht zurückgesetzt?
Vor lauter Angst perlt ihnen der Schweiß,
Catch and Release – Wat ´n Scheiß!
poe 2009


Dieser Beitrag stellt die Meinung des Teilnehmers am Autorenwettbewerb dar und muss nicht der Meinung des Vereins und seiner Vertreter entsprechen.

 

 
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