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Dieser Beitrag hat am Autorenwettbewerb in der Kategorie Fliegenfischen teilgenommen und den x. Platz erreicht.
„Die Biberdusche“
Das Telefon klingelt und mein Kumpel Franky ist dran. „Angeln?“ fragt er. „Jo!“ sag ich und somit waren auch schon die wichtigsten Details besprochen. Kurz danach war auch schon der Angelkram im Auto verstaut und so konnte es gut gelaunt losgehen. Ziel war unser Lieblingssee an der Elbe.
Das sind Franky und ich. Da sich Franky keine Namen merken kann nennt er alle „Inge“. Um die Sache einfach zu gestalten nenne ich Franky auch immer „Inge“. Das bedeutet, dass bei uns alle „Inge“ heißen.

Bild oben: „Inge und Inge“
Was wir bis dahin noch nicht wussten, es sollte ein sehr feuchter und auch fröhlicher Angeltag werden. Zumindest sollte er für Inge, sowohl innerlich als auch äußerlich, feucht werden. Für mich blieb der fröhliche Teil übrig. Es war 1997. Zu der Zeit richtete ein verheerendes Hochwasser an der Oder viel Schaden an. Aber die Oder war weit weg und wir waren guter Dinge. „Das gibt was!“ sagte Inge. Hätte er gewusst was es gibt, dann wäre er wohl lieber zuhause geblieben. An unserem Lieblingssee angekommen staunten wir nicht schlecht. Auch die Elbe hatte Hochwasser und drückte dieses mit gewaltiger Kraft in die Nebengewässer. An Stelle unseres Lieblingssees erwartete uns eine riesige Wasserfläche.
 „Was meinst du – ist das jetzt der Teich…?“
Unser Angelausflug drohte, im wahrsten Sinne des Wortes, ins Wasser zu fallen. Aber wer uns kennt weiß, dass wir nicht so schnell aufgeben. „Da bleibt nur noch die Brücke über den Einlauf!“ sagte ich. „Jo prima, lass uns mal auf Aale probieren.“ sagte Inge. So ging es zurück zum Auto und keine 10 Minuten später standen wir auf der Brücke. Aber auch hier machte sich das auflaufende Hochwasser voll bemerkbar. Wo bei normalem Wasserstand noch 1,5 Meter Luft unter der Brücke war, da strömte heute das Wasser. Gerade mal 30 cm Platz war noch unter der Brücke. Trotzdem bauten wir die Ruten für das Aalangeln um und servierten den Spitz- und Breitköpfen unsere besten Tauwürmer. Doch es tat sich nichts, nicht einmal die Brassen wollten unsere leckeren Würmer probieren. „Ob das noch was gibt?“ fragte Inge. „Abwarten!“ sagte ich. Auch wenn bis dahin kaum etwas gelappt hat, es war sehr schön und wir genossen den stimmungsvollen Abend. Auf einmal kam Bewegung ins Spiel, aber nicht an den Angelruten. Vom Hochwasser aus ihrem Bau vertrieben schwamm eine Biberdame mit ihren beiden Jungen unter der Brücke durch. „Die will bestimmt zu ihrem Hochwasserbau.“ sagte ich und sollte damit Recht behalten. Kaum waren die Jungen im Hochwasserbau verstaut, der ganz in der Nähe der Brücke lag, begann sie auch schon frische Weidenzweige zu organisieren. In einer Tour holte sie Zweige und brachte diese zu ihrem Bau. Obwohl es mittlerweile dunkel wurde ist sie nicht ein Mal in unsere Schnüre geschwommen. Den Menschen und vor allem die Angler gewohnt, umschiffte sie gekonnt die Schnüre. Wir bewunderten das Treiben und die Kraft mit der sie die Weidenzweige abbiss. Mit einem Haps wurden daumendicke Zweige durchgebissen und in den Hochwasserbau gebracht.

Der (gemeine) Biber
Inzwischen war es ganz dunkel geworden, aber kein Aal ließ sich blicken. Gerne hätten wir das surren der Angelrolle gehört, aber das einzige was surrte waren die Mücken und die Hornissen, die zurück zu ihrem Bau flogen. Wir setzten uns direkt auf die Brücke und schlürften unseren letzten Hopfensaft. „Das gibt nichts mehr.“ sagte Inge. „Viertel?Stunde noch, wenn sich bis dahin nichts getan hat, haun wir ab.“ sagte ich. Auf einmal bemerkte ich aus dem Augenwinkel, direkt unter Inges Hintern, eine Bewegung. Ich nahm die Taschenlampe und leuchtete auf die Wasseroberfläche. „Platsch“, machte es und Inge sprang wie von der Tarantel gestochen auf. „Huuaah, was war das!?“ schrie Inge.

„Der Biber!“ rief ich. Inge stand zitternd mit erschrockenem Gesichtsausdruck auf der Brücke und das Wasser lief ihm den Rücken runter. Biber tauchen immer mit einem kräftigen Schwanzschlag ab wenn sie sich erschrecken. Ich hatte mich auch erschrocken, aber als ich Inges Gesicht sah konnte ich mich kaum noch halten vor Lachen. Wahrscheinlich musste auch die Biberdame über Inges Tanzeinlage lachen. „Lass uns verschwinden, ich hab gleich gewusst das es nichts gibt…“ grummelte Inge. So traten wir nach einem aufregenden und erlebnisreichen Angeltag frisch geduscht die Rückreise an. Irgendwann normalisierte sich auch Inges Gesichtsausdruck und wir konnten beide herzhaft über das Erlebte lachen. Petri Heil, euer Lorenz „Inge“ Blank
Dieser Beitrag stellt die Meinung des Teilnehmers am Autorenwettbewerb dar und muss nicht der Meinung des Vereins und seiner Vertreter entsprechen.
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