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Geschrieben von: Administrator   
Montag, den 02. Februar 2009 um 00:49 Uhr

Fliegenschnüre

sind speziell für die Flugangellei hergestellte Schnüre. Der Hauptunterschied zum "normalen" Angeln ist, dass die Schnur das zu werfende Gewicht ist. Die Schnüre werden daher in verschiedenen genormten Gewichten, den Schnurklassen, angeboten, die nach AFTMA klassifiziert sind. Bis auf wenige Ausnahmen - z.B. kürzere Schussköpfe - sind alle Fliegenschnüre zwischen ca. 25-30 m lang.

I.d.R. wird die Fliegenschnur zwischen einem gezogenen Vorfach und Backing verwendet. Am vorderen Ende der Fliegenschnur bringt man zumeist ein "Loop on Junktion" an, in dessen Schlaufe sich das Vorfach anbringen läßt. Neben den speziellen gezogenen Vorfächern, die vor allem zum Trockenfliegenfischen verwendet werden, gibt es auch noch Varianten wie Poly Leader, selbstgeknotete abgestufte Vorfächer oder Vorfächer, die man sich einfach von einer Fluoro-Spule abschneidet.

Fliegenschnüre unterscheiden sich - neben der AFTMA-Klassifizierung - nach Ihrem Profil, ihrer Gewichtsverteilung, der Länge, der Farbe, dem Material und nach ihren Schwimmeigenschaften:

Bei den Schwimmeigenschaften wird unterschieden zwischen:

  • F = floating = schwimmend
  • I = intermediate = langsam sinkende Schnur
  • S = sinking = sinkende Schnur
  • F/S = sink tip = schwimmend mit sinkender Spitze
  • F/I = intermediate tip = schwimm mit langsam sinkender Spitze

Bei den Schnurprofilen wird unterschieden zwischen:

  • DT= Double Taper = doppelt verjüngt
  • Double Taper
    • Die Schnur hat auf den letzten Metern eine symmetrische Keule, läuft also spitz zu.
    • Vorteile / Einsatzzweck:
      • Einfache Schnurführung
      • Feine Präsentation möglich
      • Umdrehbar, damit länger haltbar
      • Gut für die feine Fischere, z.B. mit Trockenfliegen
      • Dünner Durchmesse und daher geringes "Aufklatschen" auf dem Wasser
    • Nachteile:
      • Langsam
      • Windempfindlich
    • Skizze:
  • WF = Weight Forward = Gewicht vorne
  • Weight Forward
    • Die Schnur hat vorne ein dickes Ende (ca. 1/3 der gesamten Fliegenschnur), das spitz zuläuft. Die restliche Schnur ist eine dünne Shooting Line.
    • Vorteile / Einsatzzweck:
      • große Weiten möglich ohne viel Schnur ablassen zu müssen
      • daher gut für die schwere Fischerei auf große Distanzen, z.B. Streamfischen
    • Nachteile:
      • für die feine Fischerei eher nicht verwendbar
      • nicht umdrehbar wie ein DT
  • LB = Long Belly = langer Bauch
  • Long Belly
    • Die Long Belly ist ein Kompromiss und damit eine Allround-Schnur und durch den längeren Bauch läßt sich damit auch feiner präsentieren, als mit einer WF
  • ST = Shooting Taper = Schusskopf
  • Shooting Head
    • Ein Schusskopf ist ein sehr schweres kurzes Stück Fliegenschnur, das die feine Running Line nachzieht und so sind damit sehr hohe Weiten erzielbar.
  • Shooting Line / Running Line
  • Shooting Line
    • Sehr feine Schnüre, die i.d.R. hinter einem Schusskopf Verwendung finden.

Mit diesem Wissen lassen sich nun auch die kryptographischen Verpackungsangaben verstehen: Ein Beispiel: WF-5-F

Bei dieser Schnur handelt es sich also umgangssprachlich ins deutsche übersetzt um eine keulenförmige Schnur der AFTA-Klasse 5, die schwimmt.

Das Material

besteht heutzutage meist aus kunststoffumantelter Geflecht-Seele. Früher wurden aus Seide geklöppelte Schnüre verwendet, die heute nur noch von Spezialisten und Liebhabern gefischt werden. Neben der geringeren Haltbarkeit und ihrer Pfelgeintensität, haben sie auch einen recht hohen Preis.

Die Farbe

ist zum einen Geschmackssache und zum anderen kann man durch die entsprechende Wahl der Farbe Umständen wie Wasserfarbe und Wassersichtigkeit, der Tages- und Jahreszeit und sogar der Tönung der eigenen Pol-Brille Rechnung tragen.

 

 
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