Das DropShot-Fischen kommt ursprünglich aus den USA. Die dortigen Schwarzbarschangler suchten nach einer effektiven Möglichkeit ohne große Probleme im Kraut zu fischen. Man könnte das DropShot-Fischen auch als erweitertes Vertikalangeln bezeichnen. Die klassischen Orte für das DropShot'en sind Spundwände, Stege oder vom Boot. Eben überall dort, wo man vertikal angeln kann. Allerdings gibt es auch Möglichkeiten "weiter draussen" oder am Fluss zu fischen.
Der größte Vorteil des DropShot'ens ist, dass Gewicht und Köder getrennt werden und man einen Platz intensiv und zielgenau befischen kann.
Rig-Aufbau
Das Standard-Rig besteht grundsätzlich immer aus einem Fluoro-Carbon-Vorfach, das durch ein Gewicht
beschwert wird. Der Haken wird abstehend
direkt am Vorfach bzw. an einem Seitenarm angebracht. Hierfür wird in den allermeisten Fällen der sog. Palomar-Knoten verwendet. Das folgende Bild zeigt den Aufbau aus Schnur, Haken und Gewicht.
Variationen oder sogenannte Finesse Rigs
Waggy Rig - Hier wird der Köder in der Mitte des Kunstköders (meist bei Gummiwürmen) platziert (waggy-style). Das Blei kann hier auch oben liegen oder man nimmt einen klassischen Jig-Kopf und beködert diesen Waggy-Style
Carolina Rig - Das Carolina-Rig wird vorzugsweise zum Krautfischen verwendet. Es besteht in folgender Reihenfolge aus einem Carolina-Blei (ggf. Bullet-Weight) und darüber wird eine Glasperle auf das Vorfach gezogen. Hinter dem Blei knotet man einen Wirbel an. Es folgt ein Stück Vorfach und der Haken mit dem Köder. Die Perle klackert nun auf dem Blei bei Bewegungen im Wasser.
Texas Rig - Das Texas-Rig verwendet die gleichen Bestandteile wie das Carolina-Rig, nur ist die Reihenfolge hier anders. Blei-Perle-Haken-Köder.
Die Haken
Als Haken kommen div. Modelle in Frage, je nach Köder. Bei den meisten Montagen sitzt der Haken flach am Köder oder sogar im Köder verborgen
und kommt erst greifend zum Vorschein, wenn Druck auf die Montage - durch Biss oder Anhieb - kommt. Der Haken wird am Standard-Rig mit dem
einfachen und sicheren Palomar-Knoten befestigt. Dieser Knoten bewirkt ein Abstehen des Hakens im 90°-Winkel, sobald etwas Spannung auf die
Montage kommt.
Beim DropShot-Fischen kommen meist zwei verschiedene Haken zum Einsatz. Dies ist zum einen der Offset-Haken und zum anderen der StandOut-Haken. Beide Haken gibt es dann in Variationen wie Triangle, Wide-Gap, oder auch Kombinationen daraus, wie z.B. Triangle-Wide-Gap-Offset-Haken. Darüber hinaus gibt es noch spezielle Haken, wie z.B. mit Krautschutz oder kleinen Köpfen. Das folgende Bild zeigt die üblichsten DropShot-Haken.
Das folgende Video zeigt das Befestigen eines Standout-Hakens mit Hilfe des Palomar-Knotens. Fischt man kein Standout ist der Knoten gleich, nur wird das Vorfach nicht durch die zusätzliche Öse gezogen.
Das Gewicht
Als Gewicht kann grundsätzlich alles genommen werden. Allerdings sind hiermit nicht alle Rigs herstellbar und spezielle DropShot-Bleie haben einen
Einhänger-Clip, so dass sich der Abstands des Köders zum Grund damit ohne Knoten und Wirbel schnell variieren läßt. Das Blei wird relativ leicht gewählt. Übliche Gewichte - z.B. für den Kanal liegen um 5-10 Gramm. Dies richtet sich aber auch nach der Größe und Art des Köders, der Strömung und anderen Verhältnissen. Wichtig ist auf jeden Fall, dass man beim Angeln eindeutig festellen kann, wann das Gewicht Bodenkontakt hat. Die folgende Abbildung zeigt Standard-Drop-Shot-Bleie mit Clip in unterschiedlichen Formen. Links unten sieht man die sogenannten Bullet-Weights, die für spezielle Rigs, insbesondere das Texas-Rig benötigt werden.
Die Köder für - und auf - den Haken - bringen
Die Köder sind überlichweise Gummiköder aller Art. Als die DropShot-Welle zu uns schwappte war es zunächst schwer, spezielle DropShot-Gummiköder zu bekommen. In der Anfangszeit
behalf man sich meist mit dem "Zurechtschnitzen" überlicher GuFi's oder mußte direkt in den USA bestellen. Noch immer kommen die meisten Gummiköder aus den USA. Bekannte Marken sind z.B. "Bass Assassin","Lunker City" oder "Roboworm", sie werden nun allerdings von vielen Händlern importiert und angeboten. Mittlerweilse sind auch die traditionellen deutschen Hersteller - wie z.B. Balzer - auf den DropShot-Zug aufgesprungen und bieten eigene Sortimente an.
Die Vielfalt der DropShot-Gummis übersteigt das Angebot klassischer GuFis bei weitem. Insbesondere im Bereich Würmer und Wasserinsekten sind der Auswahl kaum noch Grenzen gesetzt. Das folgende Bild zeigt einige klassische DropShot-Gummiköder.
Wie bekomme ich nun den Köder auf den Haken? Natürlich gibt es hierfür verschiedene Möglichkeiten, die sich grob in 3 Varianten unterteilen lassen:
1.) Komplett aufziehen - hierzu sticht man mit dem Haken wie bei einem normalenGummifisch vorne ein, führt ihn aber kurz danach nach unten hinaus. Dann zieht man den Gummiköder bis ans Öhr, dreht den Haken, hält ihn am Gummifisch an und sticht ihn nach oben durch. Die Hakenspitze liegt nun oben flach auf dem Köder. Durch einen entsprechenden Biss staucht sich der Köder und der Haken wird freigegeben. Das anschließende Einkurbeln nach oben erledigt den Rest.
2.) Lippenköderung - wie einen Köderfisch in der Lippe
3.) In der Mitte aufstecken - wird hauptsächlich für Gummiwürmer und langgezogene Imitate verwendet - auch waggy-style genannt.
Das folgende Video zeigt Variante 1:
Rute, Rolle, Schnur
Für das DropShot'en in unseren Gewässern benötigt man eine leichte, kurze Rute, möglichst mit einer Spitzenaktion und einem härteren Rückrat. Die Spitzenaktion ermöglicht ein einfacheres Führen der Montage (Wippen) und puffert harte Bisse gut ab. Das Rückrat erleichert das Haken und Landen der Fische. Die Kürze ergibt sich aus dem Einsatzzweck. Mit 3,30 an der Spundwand macht Drop-Shot einfach keinen Spaß. Zusammengenommen ist also eine kurze (bis 2,40 m), leichte (bis 30 gr Wurfgewicht) Spinnrute mit entsprechender Aktion (Spitzenaktion - nicht zu verwechseln mit einem Winkelpicker) in den meisten Fällen ausreichend. Es gibt natürlich - wie bei allen Angelmehtoden - auch spezielle Ausrüstung. Jedoch muss eine Rute auf der DropShot draufsteht, weil die Marketingabteilung des Herstellers nun DropShot vorantreibt, nicht für DropShot geeignet sein. Zudem sind diese Spezialruten meist wenig preiswert und oft deutlich zu leicht (wabbelig) ausgelegt.
Die Rolle ist beim DropShot'en fast beliebig. Hier tut es eine kleine bis mittlere Spinnrolle.
Die Schnur sollte sich auch jeder selbst überlegen. Durch die kurze ausgespulte Schnur (am Kanal z.B. bis zum Grund nur wenige Meter) wird der Faktor Dehnung bei monofiler Schnur unwichtiger. Möchte man auch mal weiter auswerfen ist die geflochtene natürlich klar im Vorteil, da man die Bisse im Schnurbogen sieht. Das Vorfachmaterial sollte Fluoro-Carbon in Stärken zwischen 0,18 und 0,30 mm sein
Kleines Fazit: Wenn man sich das so anschaut, reicht also zum Ausprobieren irgendeine Rolle mit einer alten leichten Spinne und ein paar Birnenbleien für die ersten Versuche. Nun braucht man nur noch einen ein paar Meter Fluoro-Carbon-Vorfach, einen Offset-Haken und einen passenden GuFi.
Die Köderführung
Die Köderführung besteht nur aus leichtem Anheben bzw. Wippen der Rute. Je nach Strömung und Köder kann man dies variieren. Wichtig ist, dass man den Grundkontakt fühlt und dann die Montage wieder leicht anlupft. Im Oberflächenwasser kann man jeden Köder etwas begutachten und die optimale Köderführung herausfinden. Das folgende Video zeigt ein Beispiel wie schön ein Köder unter Wasser mit nur leichten Bewegungen spielt.
Biss - Kein Anhieb - Drill
Ein wesentlicher - und für den normalen Spinnfischer gewöhnungsbedürftiger - Punkt ist, dass man nicht sofort anschlägt, wenn ein Fisch gebissen hat. Je nach Montage reicht es kurz zu warten, ggf. die Rute etwas abzusenken und nur über die Rolle anzuziehen. Der Haken wird sich auf diese Weise im vorderen Maul festsetzen oder in den Maulwinkel drehen. Bei sofortigem Anschlag würde man den Köder höchstwahrscheinlich aus dem Maul herausziehen. Der folgende Drill ist wie sonst auch.
Und zum Schluss:
Grundsätzlich spricht nichts dagegen, das DropShot-System mit Wurm oder Fischfetzen zu fischen, so dass man als DropShot'er auch in der Raubfischschonzeit auf diese Weise - z.B. auf Barsch - fischen kann ohne aufs "Spinnfischen" verzichten zu müssen.
Ein weiterer Vorteil des DropShot'ens ist, dass die Fische fast ausnahmslos sehr gut - mit nur einem dünndrahtigen Einzelhaken - gehakt sind und sich perfekt lösen lassen.
Viel Spaß beim Ausprobieren! - Fragen und Diskussion zum Artikel bitte im Forum!