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Dieser Beitrag hat am Autorenwettbewerb in der Kategorie Allgemeines Fischen teilgenommen und den x. Platz erreicht.
Die Mitglieder des wohl größten niedersächsischen Fischereivereins haben ihr Hauptinteresse an den Fischen A- wie Aal bis Z- wie Zander und das ist auch gut so.
Wohl die wenigsten Menschen haben auch nur eine ungefähre Vorstellung davon, wie viele Vogelarten eigentlich – und oft völlig unbemerkt – in ihrer unmittelbaren Umgebung leben.
Ich möchte hier einmal unsere gefiederten Freunde vorstellen. Diese Vögel kommen in Ricklingen vor und wurden in den letzten 6 Monaten von mir auf der Halbinsel beobachtet und betreut.

Ich fange einmal mit den Eisvögeln an denen es im vergangenen Winter nicht leicht gemacht wurde. Die Gewässer waren über 5 Wochen zugefroren und die kleinen liebenswerten Vögel –unsere Juwelen in der Natur – musste argen Kohldampf schieben. Die Eisvögel haben sicher ihren Tribut zollen müssen, aber sie gleichen es mit einer zusätzlichen Brut aus. Besser mit der Nahrung hatten es da die Kormorane. Von Anglern in dieser Population gehasst und von unserem Gewässerwart, Heinz Pyka und seinen Jagdkollegen bejagt, meiden sie jetzt zum Teil die Ricklinger Teiche.
Die Rotkehlchen blieben alleine im kalten Deutschland zurück während die Weibchen im sonnigen Süden waren. Aber Männchen sind hart im nehmen. Die Freude bei der Rückkehr der Weibchen war den Hähnen anzusehen. Sehr lautstark ist auch der Zaunkönig. Es ist zu niedlich, wenn er auf einem Ast sitzt und aufgeregt mit seinem Schwänzchen wippt. Sein Domizil ist in diesem Jahr der Buchsbaum.
Zurück sind seit Anfang April die Stare, Amseln, Wacholder/- Singdrosseln und Bachstelzen. Eifrig suchen sie auf der Castingwiese nach Kleingetier und Würmer begleitet von dem Pärchen Austernfischer die schon im vergangenen Jahr Gäste auf der Halbinsel waren. Leider hinkt das Weibchen, aber trotzt dieser Behinderung ist sie auf „Emils Insel“ am Brüten. Das bekommen die Rabenkrähen sehr deutlich zu spüren, wenn sie dem Gelege zu nahe kommen. Dann werden die Rabenkrähen von beiden Austernfischern aufs äußerste attackiert.

Vergessen möchte ich an dieser Stelle auch nicht die Blau/-und Kohlmeisen. An den Futterstationen waren sie, wie auch die Kleiber, die Spatzen, die Buchfinken sowie die Grünfinken häufig anzutreffen. Als die Temperaturen unter 0Grad lagen, wurde von mir Speck in den Baum gehängt. Selbstverständlich war der Speck weder geräuchert noch gesalzen. Nach einigen Tagen, die Krähen hatten herausgefunden dass man den Speck „klauen“ kann, wurde dieser mit Draht befestigt. Jetzt kam auch der Buntspecht. Wenn er auf dem Speck hockte war er der Chef und alle andere Vögel mussten warten. Beobachtet habe ich vor Kurzen auf der Beekeseite eine Wasseramsel. Die Wasseramsel soll der einzige Singvogel sein der unter Wasser jagt. Da hat sie in der Beeke ja ein sehr großes Nahrungsangebot.

Dann sind da noch die Elstern und die Eichelhäher. Leider sind diese Vögel, so schön wie sie auch aussehen, Nesträuber. Das macht sie nicht gerade sympathisch, aber so ist die Natur. Ich hoffe dass ich keinen unserer, auf der Halbinsel heimische Singvögel, vergessen habe und komme nun zu den Wasservögeln.
Vorweg unsere Pauline, noch Aussage der Tierärztin eine „Pommersche“ Hausgans. Pauline ist seit ca. 12 Jahren der Star der Halbinsel. In ihrer Begleitung ist Dino, eine Graugans und der Freund von Pauline, anzutreffen. Dazu kommen noch bis zu 60 Graugänse die zurzeit über 100 Gössel haben und wachsamer als ein Schäferhund sind. Sie halten die Wiese immer schön kurz, allerdings wird durch die Vielzahl der Gänse auch gut gedüngt. Von Zeit zu Zeit schauen Nonnengänse sowie Kanadagänse vorbei. Auch ein Pärchen Nilgänse, immer auf Streit aus, sind auf der Halbinsel anzutreffen. Die Haubentaucher haben die Hochzeit hinter sich und sind bereits am Brüten. Da im Ricklinger Teich wieder ein großer Bestand an Weißfisch ist, ist bei der Aufzucht der Jungen mit keinen Problemen zu rechnen.


Die sehr scheuen Reiherenten sind noch in großer Zahl da, aber dafür haben die Stockenten an der Zahl abgenommen. Im vergangenen Jahr waren noch bis zu 60 Stockenten an der Hütte anzutreffen. Jetzt sind es nur noch ca 10 Enten, davon aber 6 Erpel. Wahrscheinlich vertragen sie sich nicht mit den Graugänsen. Es gibt Streit um die besten Brutplätze. Hansi, der Schwan, hat seine Partnerin gefunden und verteidigt diese gegen einen Einzelgänger der noch kein Glück bei der Partnersuche hatte. Allerdings ist bei dem Einzelgänger das Federkleid noch nicht durchgängig weiß, das weist auf einen Jungschwan hin. Die Grau/- und Kuhreiher sind an den ruhigen Zonen der Teiche oft zu sehen und warten mitunter stundenlang auf Beute.

Vergessen möchte ich nicht die Blässhühner, besser bekannt als Rallen. Immer beschäftigt und sehr angriffslustig. Auch sie sind, wie die Wasserhühner, am Brüten. Hoch über den Ricklinger Teichen nutzten Störche und auch Milane die Thermik der ersten sommerlichen Tage. Der Mäusebussard führte einen erbitterten Kampf mit den Krähen um die besten Nistplätze. Dabei sieht er leider des Öfteren wie der Verlierer aus.
Das Landschaftsschutzgebiet „Ricklinger Masch“ ist eingebettet in die Großstadt Hannover. Um so schöner ist es, wenn man über so eine artenreiche Anzahl von Vögeln berichten kann. Hoffen wir dass es noch lange so bleibt. Leben wir nach unserem Motto: Heger und Pfleger der Natur

Dieser Beitrag stellt die Meinung des Teilnehmers am Autorenwettbewerb dar und muss nicht der Meinung des Vereins und seiner Vertreter entsprechen.
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