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Dieser Beitrag hat am Autorenwettbewerb in der Kategorie Allgemeines Fischen teilgenommen und den x. Platz erreicht.
Herbst 2008
Im Oktober 08 bin ich in den FVH eingetreten und habe seit dem Einführungsabend die Raubfischschonzeit ausgiebig genutzt. Habe versucht einige Gewässer kennen zu lernen und bin, aus geografischen Gründen oft an der Leine und den Ricklinger Teichen unterwegs gewesen. Ich hatte mir fest vorgenommen mein Glück mir der Spinnrute zu versuchen und hab mich vor allem mit Spinnern und Blinkern beschäftigt aber der erhoffte und des Nachts auch oft Erträumte Erfolg wollte und wollte sich einfach nicht einstellen. Mal hier n kleiner Barsch an der Leine/Ihme, oder auch mal n Schniepel in Röhrse oder aus dem Gr. Ricklinger aber nicht das was ich mir Vorstellte. So blieb mein Traum vom "grossen" Hecht einige viele Wochen unerfüllt, aber immerhin hatte ich schon mal ein oder 2 kleine Hechte in live gesehen welche aber nun hoffentlich noch n gutes Stück wachsen und dann vielleicht irgendwann von mir wieder gefangen werden.
Meine Erkundungstouren an den Leinau Teichen brachte mich auch eines Tages zum Gr. Hemminger, es war irgendwann ende Oktober Anfang November. Beim ersten blick aufs Wasser waren direkt die ganzen Brutfische direkt unter der Oberfläche auszumachen. Voller Vorfreude flog mein 4er Mepps erstmal parallel zum Ufer, langsam führend, mal schneller holte ich den Spinner wieder ein, nix .... Nächster Wurf, gleiches Spiel, wieder nix ... Plötzlich sehe ich, keine 5m vom Ufer, nahe eines im Wasser liegenden Baumes einen Schwarm Brutfische an die Wasseroberfläche flüchten, hm dachte ich mir, da raubt wohl was. Als schnell die Stelle überworfen, leichtes kribbeln im Bauch aber nix, nicht mal ein anfasser. Also gleiches Spiel nochmal, raus mit dem Teil. Dann sehe ich wieder die kleinen Fische zur Oberfläche flüchten und eine grosse helle Flanke, da war klar, gar kein so kleiner Hecht ist da zu Gange.
Gr. Hemminger Teich:

Da er sich aber für meinen Spinner nicht zu interessieren scheint schnell den Köder gewechselt, Mepps in Grösse 3, Silber mit roten Tupfen, 2 Würfe, Biss. Riesen flattern im Bauch aber irgendwas stimmt nicht, das kann zumindest dem Widerstand nach zu Urteilen nicht der Hecht sein den ich da gesehen hatte. Nach kurzem Drill dann sehe ich den Übeltäter, ein kleiner Barsch, vielleicht Handlang. Ich brauch mir auch keine Mühe machen und den Wurm landen, er konnte sich kurz vorher selber befreien.
Ich habe den ganzen Tag noch weiter versucht "meinen" Hecht zu fangen, habe noch alles Mögliche an Ködern getestet aber er wollte einfach nicht mit mir nach Hause. Irgendwann rief meine Freundin an um zu Fragen wann ich denn plane nach Hause zu kommen, na ja und da es schon dunkel wurde hab ich meine Sachen gepackt, mich aufs Fahrrad geschwungen und auf den Weg nach Hause gemacht.
Das Erlebnis einen raubenden Hecht zu beobachten und wie ich ihn überlisten kann hat mich die gesamte Rückfahrt (was immerhin ca. 30 min. sind) und auch den ganzen Abend beschäftigt. Also habe ich den Entschluss gefasst, nächstes mal packe ich meine Köderfischrute und meine Stipprute ein und werde versuchen den Dicken damit zu überlisten.
Gesagt getan oder so. Na ja, ganz so einfach wars nicht, erstmal kleine 4er Drillinge besorgt und zwei 60cm Stahlvorfächer getwizzelt (mit Klemmhülsen komm ich net klar). Dann zu hause schon mal die Rute so weit vorbereitet und alles was ich sonst noch so brauch eingepackt.
Ich stand schon unten vor der Tür als mir einfiel, ich sollte vielleicht die Maden aus dem Kühlschrank mitnehmen sonst wird das wohl nichts mit Köderfischen und ohne KöFi's keine Chance den Hecht zu erwischen. Also wieder hoch in den 5. Stock, Maden eingepackt, rauf aufs Fahrrad und los mit dem Rad Richtung Gr. Hemminger, zu "meiner" Stelle. Auf dem Weg der Gedanken, was wenn sich da schon jemand nieder gelassen hat, da angekommen erstmal durch atmen, Platz ist frei, lediglich 10m weiter sitzen 2 ca. 15 Jährige Jungs und stippen Köderfische.
Fix meine Sachen am Platz ausgepackt, KöFi-Rute vorbereitet, Stippe fertig gemacht und ab zu den Jungs, freundlich gefragt obs in Ordnung ist wenn ich mich für 2-3 Ködefische neben sie geselle (Wollt ja nicht das sich wer belästigt fühlt).
Schnell waren die ca. 15cm grossen Rotfedern gefangen und versorgt.
Sofort ab zu meinem Platz, tote Rotfeder per Rückenbeköderung an den kleinen Drilling und ab damit direkt neben den im Wasser liegenden Baum.
Grad den Köder im Wasser sehe ich wieder die Fischchen springen und eine grosse Flanke aufblitzen. Sehr schön, der Hecht ist noch am Platz. Nun heisst es also warten, angekommen war ich so gegen 9 Uhr. Irgendwann gegen 12 muss es gewesen sein, ich hab immer wieder den Hecht rauben sehen, entschliesse ich mich meine Angelstelle um ca. 3 Meter zu verlegen und meinen Köder auf der anderen Seite des Baumes zu platzieren. Also erstmal alle Sachen r&umml;ber geschafft und zum Schluss die Rute. Rutenständer in den Boden, schnell n frischen Köfi an die Rute und raus damit. Nun erstmal eine Zigarette drehen, Feuerzeug suchen welches irgendwo in der Tasche ist, gefunden, Kippe an und schnell einen Blick auf Wasser, man weiss ja nie. Und da bleibt mir das Herz fast stehen, ich muss zwei mal hinsehen um es zu begreifen, die Pose ist weg.
Nun lief irgendwie alles wie im Traum, Rute in die Hand , Schnur straffen und Anschlag, Fisch hängt und findet das irgendwie gar nicht lustig, die Bremse kreischt und der Fisch nimmt erstmal ordentlich Schnur. Nun bemerke ich erst das die Stelle zwar scheinbar recht erfolgreich ist aber mit dem Baum links im Wasser, einigen Ästen und Seerosen rechts ist das nicht gerade eine günstige Stelle um so einen Fische zu drillen.
Aber nur ruhe bewahren denk ich mir, schön wie man gelernt hat die Schnur auf Spannung halten, leichter gesagt als getan, wenn einem so das Herz rast. Da standen auch schon die beiden Jungs neben mir und wollten natürlich mit "Tipps" helfen was nicht unbedingt so Hilfreich war. Aber das gute war, wenn ich den Fisch so weit bekommen würde hatte ich auch wen der mir beim Keschern hilft.
Nach einer gefühlten viertel Stunde, wahrscheinlich waren es keine 5 min. war der Hecht schon recht nah am Ufer und die Fluchten waren auch nur noch von geringer Kraft. Also Fisch weiter Richtung Ufer und den Jungs gesagt sie sollen doch schon mal den Kescher ins Wasser halten aber Bitte nicht mit dem Kescher zum Fisch gehen. Kurz bevor der Hecht über dem Kescher noch ein letzter Versuch einer Flucht, da gehen dann auch nochmal schnell ein paar Meter Schnur von der Rolle. Beim zweiten Versuch liegt der Fisch dann im Kescher, ich kanns kaum glauben, was ein riesen Vieh denk ich.
Und hier der schöne Fisch:

Als erstes Fisch versorgen, dann den Zollstock raus und gemessen. Das Stolze Tier war super im Futter und hatte ganze 73 cm. Der grösste Fisch den ich bis dahin jemals gefangen habe. Schnell den Eintrag in die Papiere dann musste dringend noch eine Zigarette her. Es war ganz schön schwer sich mit so zittrigen Händen ne Kippe zu drehen aber irgendwie ist es mir doch gelungen. Für den Tag hatte ich dann auch mehr als genug Action, also schnell Sachen zusammen gepackt und ab aufs Fahrrad Richtung "Heimat". Dort angekommen konnte meine Freundin kaum glauben was für ein "Monster ich da angeschleppt habe", das jedenfalls waren ihre Worte.
Ein paar Wochen später konnte ich noch einen 64er Esox an selber Stelle verhaften, jedoch auch auf Köderfisch.

Auch ein 34er Barsch konnte einem toten Rotauge nicht wiederstehe.

Leider keine Erfolge mehr mit der Spinnrute obwohl ich es noch einige Male versucht habe bis Ende November.
Vielleicht bringt die nächste Saison mehr Erfolg, ich werde es auch weiterhin mit der Spinnrute versuchen aber mit Sicherheit werde ich mich auch das ein oder andere Mal mit meiner Köderfisch-Rute ansitzen und auf einen grossen Hecht hoffen.
Ich wuensche allen ein Petri Heil.
Jan
Dieser Beitrag stellt die Meinung des Teilnehmers am Autorenwettbewerb dar und muss nicht der Meinung des Vereins und seiner Vertreter entsprechen.
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