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Fliegenruten 1 - Einhand Drucken E-Mail
Geschrieben von: Florian Böttcher   
Samstag, den 22. August 2009 um 00:00 Uhr

Dieser Beitrag hat am Autorenwettbewerb in der Kategorie Fliegenfischen teilgenommen und den x. Platz erreicht.


 

Einleitung:

Grundlegend unterscheidet man 2 Arten von Fliegenruten, die Einhand- und die Zweihandruten.

Dieser Teil beschäftigt sich mit den Einhandruten.

Diese unterscheiden sich Grundsätzlich durch 3 Hauptmerkmale:

-Länge

-Schnurklasse

-Aktion

Weiterhin unterscheiden sich die Ruten in Gewicht und Materialien.

Materialien/Gewicht:

-Kohlefaser:

Die meisten Modernen Ruten sind aus Kohlefaser Hergestellt was diese äußerst leicht und belastbar im Drill aber auch stark bruchanfällig macht.

Der Trend geht zu immer leichteren Ruten. Den Aktuellen Rekord hält die Firme Orvis mit der Serie ZGHelios. Die „schwerste“ Rute dieser Serie wiegt gerade mal 99,1g (Herstellerangabe) bei einer Länge von 9‘(Fuss; 2,75m) und einer Schnurklasse #10.

-Glasfaser:

Der Nachfolger des Bambus, revolutionierte beim Aufkommen dieses Materials den Rutenbau, hat aber entscheidende Nachteile im Bezug auf Gewicht und Aktion im Bezug auf die modernen Ruten aus Kohle. Ruten aus Glasfaser sind meist vergleichsweise schwer und haben eine eher als langsam (parabolisch) zu einzustufende Aktoin. Die moderne Fliegenfischerei entwickelt sich jedoch drastisch in die Richtung von immer schnelleren Ruten, die immer größere Wurfweiten ermöglichen sollen, sofern man damit umzugehen weis.

-Bambus:

Dies ist das Material für besonders exklusives Gerät. Alte sehr gut erhaltene Gespliesste von „prominenten“ Rutenbauern sind mittlerweile fast unbezahlbar geworden aber auch die Modelle die heutzutage hergestellt werden können einige 1000€ kosten.

Ruten aus Bamdus werden hauptsächlich aus genuss am Werfen mit diesen nostalgischen Ruten und von Freunden der eher semie- bis parabolischen Aktion gefischt.

Was allerdings zu bemerken ist, ist der Fakt, dass Bambusruten „Blanktreffer“ durch z.B. Äste oder Nympfen sehr viel besser wegstecken als moderne Kohlefaserruten, welche meist an genau diesen stellen brechen, wo sie einmal getroffen wurden, was die Bambusvariante vor allem beim fischen am kleinen, bewachsenen Forellenbach interessant macht (Hamel).

Länge:

Vorweg einmal die Grundlagen:

Fliegenrutenlängen werden standardmäßig in englischen Fuß (Feet; Bezeichnung: ‘) und inch (Bezeichnung: “ angegeben. So steht z.B. auf einer Rute von (etwa) 275 cm 9‘, au einer Rute von (etwa) 260 cm 8‘6“.

Die Länge einer Fliegenrute ist sowohl eine Frage des persönlichen Geschmacks des Käufers/Fischers als auch des Einsatzgebietes.

Man kann z.B. jede 6‘6“ Fuß Rute (ca. 2m) an einem Fluss wie der Leine einsetzen aber es ist fast unmöglich eine Rute von z.B. 9‘ Fuss vernünftig an der Hamel zu fischen.

Die Standardlänge einer Fliegenrute für Gewässer wie z.B. der Leine ist 9‘ Fuß. Man kann aber auch längere bzw. kürzere Ruten fischen, je nach eigenem Belieben, jedoch haben sich 9‘ Fuß als „Standardlänge“ bei den Meisten Ruten eingebürgert. So finden sich bei so gut wie Jeder Gerätefirma die Meisten Ruten im Bereich von Klasse #4-#10 in dieser Länge.

Um einem kleinen Irrglauben bezüglich der Rutenläng vorzubeugen: Nur weil man eine längere Rute fischt, heißt das noch lange nicht, dass man damit weiter wirft. Das hängt alles von den Wurffähigkeiten des Werfers ab, aber das behandele ich an einer anderen Stelle.

Schnurklassen:

Unter der Schnurklasse oder auch AFTMA (American Fishing Tackle Manufacturers Association) Klasse einer Rute versteht man das „Wurfgewicht“ der Rute. Dieses Wurfgewicht liefert die Schnur. Die Klasse einer Schnur bestimmt man, indem man die ersten 9,14m (30‘ Fuß) der Schnur wiegt und diese dann mittels AFTMA-Tabelle einordnet.

Eine Rute mit 275 cm Läne in der Klasse 5 würde z.B. die Aufschrift

9‘ #5 tragen.

Aktion:

Die Aktion der Rute gibt an, welcher Bereich der Rute beim Werfen maßgeblich zum Einsatz kommt.

-Langsam:

Ruten mit einer langsamen (parabolischen) Aktion arbeiten von anfang an unter einsatz des gesamten Blanks bis in den Griff hinein. Man merkt recht schnell wenn man eine solche Rute in der Hand hält, da sich diese recht „schwabbelig“ anfühlt aber in den richtigen Händen durchaus effektiv ist, wenn man z.B. auf kurze distanz fischt und die Rute mit wenig schnur aufladen und sehr fein präsentieren muss. Weitwürfe sind mit solchen Ruten aber eher eine Qual als eine Freude.

-Mittel-Mittelschnell:

Eine mittlere (semiparabolische) Aktion zeichnet sich dur maßgeblichen einsatz von der Spitze bis etwa Rutenmitte aus. Diese Ruten sind besonders Einsteigern zu empfehlen, da sie leichte Wurffehler gut verzeihen und sich selbst mit geringeren werferischen Fähigkeiten leicht aufladen lassen und somit das werfen und fischen erleichtern.

Gute Werfer können damit spielend Weiten von 25 m und mehr erreichen.

Dies macht Ruten mit diesen Aktionsmerkmalen sher universell und sehr beliebt bei Einsteigern wie Profis.

-Schnell:

Schnelle Ruten arbeiten hauptsächlich unter Einsatz der Spitzenregion. Diese Rutenart ist besonders beliebt bei Küstenfischern, da sich mit sehr geringem Aufwand beachtliche Schnurgeschwindigkeiten und dadurch auch leichter größere Weiten erreichen lassen.

Da sich Ruten mit dieser Aktion mit kürzen Leinenlängen nicht ganz so gut aufladen lassen sind sie für die Fischerei auf kürzere Distanzen eher ungeeignet. Dieses Manko lässt sich aber durch den einsatz einer um 1 bis 2 Klassen schereren Schnur ausgleichen.

Generell sind schnellere Ruten eher fortgeschritteneren Werfern anzuraten, da diese Ruten ein gewisses Gefühl für das richtige Timing im Wurf voraussetzen.

-Extraschnell:

Einige Hersteller haben Ruten mit extra schneller (estra fast) Aktion im Angebot. Diese Ruten arbeiten wie die schnellen aus der Spitze aber mit einem noch kleineren eingsetzten Bereich. Diese Ruten sind nur guten Werfern anzuraten, da sich selbst kleine Fehler sofort auf den Wurf auswirken und diesen zum scheitern verurteilen.

Als Abschluss des Themas „Einhandruten“ möchte ich noch sagen, dass es jedem Fischer selbst überlassen ist, welche Klasse, Länge und Aktion er fischt, mal gan abgesehen vom Material und dem daraus resultierenden Gewicht. Weiterhin ist es auch eine Frage des persönlichen Wurfstils, welche Rute man favorisiert, es gibt nämlich nicht „den Einen“ Stil oder einen Bestimmten zum Werfen mit einer bestimmten Aktion. Jeder hat seine Eigenen Vorstellungen wie sich die Rute werfen soll. Daher ist es auch besonders wichtig sich vor dem Kauf einer Rute (als Anfänger) erstmal das Werfen beibringen zu lassen und wenn man dieses einigermaßen beherrscht die Ruten die einem aus welchem Grund auch immer gefallen nicht blind zu kaufen, sonder diese erst einmal gründlich probe zu werfen.

Als kleinen Tipp am Ende noch eine rein persönliche Empfehlung von mir zum Fischen an unseren Gewässern:

Für die Leine würde ich eine Rute der Klasse #4 oder #5 fürs Forellenfischen und #6 oder #7 für Barben und ähnliches in einer Länge von 8‘6“ bis 9‘ Fuß vorschlagen. Dazu eine Rolle mit einer vernünftigen Bremse (vor allem auf Barben).

An der Hamel empfiehlt sich eine Rutenlänge von 6‘ bis 7‘ Fuss. Bei der Klasse würde ich es vom jeweiligen Erfahrungsgrad des Fischers abhängig machen. Jemand der länger fischt kann sich ruhig mit einer Klasse #2 oder #3 ans Wasser begeben, nicht so erfahrenen fischern rate ich zu einer höheren Klasse (#4 oder #5) und einem entsprechenden Vorfach, da man dadurch in der Lage ist den Fisch besser zu kontollieren.

Tip: Schnurklasse ruhig eine Nummer höher zu wählen, Rollwürfe und Switchcasts auf kurze Distanz klappen dadurch wesentlich besser.

Für Verbesserungen und/oder Anmerkungen bin ich im Forum als Snap-T zu erreichen.


Dieser Beitrag stellt die Meinung des Teilnehmers am Autorenwettbewerb dar und muss nicht der Meinung des Vereins und seiner Vertreter entsprechen.

 

 
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